Rückgabe von neun Objekten aus dem Ethnologischen Museum Berlin an die Chugach Alaska Corporation

Übergabe von neun Grabbeilagen der Chugach (Alaska) im Foyer des Ethnologischen Museums an John Johnson.
Auf dem Foto: Hermann Parzinger (SPK) + John Johnson (Chugach Alaska Corporation).

Übergabe von neun Grabbeilagen der Chugach (Alaska) im Foyer des Ethnologischen Museums in Berlin an John Johnson, Berlin 2018.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), Hermann Parzinger, übergibt dem Vize-Präsident der Chugach Alaska Corporation, John Johnson, neun Objekte im Foyer des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin am 16. Mai 2018.
Es handelt sich um die erste Rückgabeanfrage einer Herkunftsgesellschaft an dieses Museum, die hiermit vollzogen wird.

Die Chugach Alaska Corporation ist eine seit 1972 bestehende Interessenvertretung der Native People der Chugach Region in Alaska. Sie setzt sich unter anderem für die Bewahrung des kulturellen Erbes dieser Gruppen ein.
Die Chugach vertreten eine größere Gruppe verschiedener Natives aus Südwest-Alaska. Die Objekte, die das Ethnologische Museum zurückgibt, gehen an die Chugach Alaska Corporation, die verantwortlich ist für all diese Gruppierungen.

Grabbeigaben:
Sie kamen über den Sammler Johan Adrian Jacobsen nach Berlin, der im Auftrag des damaligen Königlichen Museums für Völkerkunde zwischen 1882 und 1884 Nordamerika bereiste, genauer gesagt die amerikanische Nordwestküste und Alaska. Er hat einen sehr detaillierten Reisebericht hinterlassen. Aus diesem geht hervor, dass er Gräber ohne Genehmigung geöffnet hat, weder von Behörden noch von den indigenen Gruppierungen, deren Ahnen dort begraben waren.
Die zurückgegebenen Objekte stammen aus verschiedenen Gräbern in Chenega Island und dem heute unbekannten Ort Sanradna. Unter ihnen sind zwei zerbrochene Masken und eine Kinderwiege sowie ein Holz-Idol. Masken wurden nach ihrem Gebrauch bei Zeremonien meist verbrannt oder in Gräber gelegt, weshalb heute nicht mehr viele Masken der Chugach existieren. Die rote Farbe auf ihnen verweist auf den Begräbniskontext. Bei dem Holz-Idol handelt es sich vermutlich um eine schamanische Figur, die Menschen vor Gefahren und dem Tod schützen sollte.

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