Punkband ZERFALL – Alexanderplatz Berlin, 06.11.2019

Open-Air-Konzert der Punkband Zerfall auf dem Alexanderplatz in Berlin am 6. November 2019,

im Rahmen der Berliner Feierlichkeiten zu „30 Jahre Friedliche Revolution – 30 Jahre Mauerfall“.

Die DDR-Punkband Zerfall gründete sich 1983 spontan in Ostberlin bei einem Weihnachtskonzert in der Friedrichshainer Galiläakirche. Bald standen sie auf ‚Platz eins in der Stasi-Hitliste der zu beobachtenden Punkbands‘. Doch trotz ständiger Kontrollen und gelegentlicher Verhaftungen fanden einige Konzerte in verschiedenen Kirchen statt, bis die Band durch die Einberufung des Schlagzeugers zur NVA 1985 faktisch aufgelöst wurde. 2008 kam es dann zu einem überraschenden Auftritt beim Jubiläumskonzert der Blauen Möwen, einer anderen Ost-Punkband, und aufgrund des überwältigenden Feedbacks, beschlossen Zerfall mit neuem Gitarristen weiterzumachen.

Zerfall spielt seither in der Besetzung Dirk `Kalle` Kalinowski (Gesang), Daniel (Bass), Birk (Gitarre), und Traudel (Schlagzeug).

Sie rockten innerhalb einer halben Stunde (fast) alle ihre Songs, darunter Hits wie „Ostkreuz in Flammen“ oder „Berlin, Scheißstadt“, gegen Ende gab es Coverversionen der westdeutschen Punkhits „Computerstaat“ von Abwärts und „Militürk“ von Fehlfarben, wobei sie den Text aktualisierten (Erdogan statt Atatürk). Beim allerletzten Song kamen dann noch derzeitige und ehemalige Mitglieder der Ostpunkband Die Skeptiker auf die Bühne und sangen gemeinsam mit Zerfall eine Punkhymne und alle hatten ungemeinen Spaß dabei.

Punks hatten in den 1980er Jahren Alexanderplatzverbot. Umso größer die Genugtuung für Zerfall auf dem Alexanderplatz aufzutreten…

© B.Sauer-Diete/bsdphoto