George Grosz in Berlin. Ausstellung im Bröhan-Museum vom 17.10.2018 bis 06.01.2019

George Grosz in Berlin.

Ausstellung im Bröhan-Museum vom 17.10.2018 bis 06.01.2019.

Vernissage am 16.10.2018

Das Bröhan-Museum Berlin ist das international ausgerichtete Landesmuseum für Jugendstil, Art Déco und Funktionalismus (1889–1939).

George Grosz (1893-1959) gilt als einer der bedeutenden politisch-satirischen Künstler der Weimarer Republik – dreimal wurde Grosz angeklagt, wegen Beleidigung der Reichswehr, Angriffs auf die öffentliche Moral und Gotteslästerung. In der Ausstellung wird seine, die Zeitgenossen provozierende Kunst der Berliner Zeit detailliert vorgestellt. Eine weniger bekannte Facette des Künstlers wird zudem mit seiner Arbeit als Kostüm- und Bühnenbildner vorgestellt.

In der Ausstellung sind über 200 Werke aus Berliner Museen und Privatsammlungen, dem Berliner Kunsthandel und aus dem sich in Berlin befindlichen Nachlass zu sehen, die sonst größtenteils nicht öffentlich zugänglich sind. Grosz, dessen Werk ohne die Revolution 1918 und die Wirren der Weimarer Republik nicht denkbar wäre, wird als einer der wichtigsten Berliner Künstler der 1920er Jahre vorgestellt. Seine in Berlin entstandenen Arbeiten sind ein Spiegel der politischen und gesellschaftlichen Fragen der Zeit. Und auch im New Yorker Exil lassen ihn die politischen Ereignisse, die vom Berlin unter nationalsozialistischer Herrschaft ausgehen, nicht los.

In der Retrospektive, die in enger Zusammenarbeit mit dem George Grosz Estate entstanden ist, werden sowohl Grosz’ bekannte Werke gezeigt als auch eher unbekannte Arbeiten. Die Ausstellung eröffnet – seit der letzten großen Retrospektive in Berlin vor fast 25 Jahren – die Möglichkeit, Grosz’ künstlerische Entwicklung nachzuvollziehen, deutlich wird die inhaltliche und stilistische Vielfalt, die Grosz’ Werk kennzeichnet.

Die Ausstellung ist Teil des Berliner Themenwinters „100 Jahre Revolution – Berlin 1918|19“.

Kriegsgegner und Mitarbeiter des Malik Verlags

„Grosz wirkte auf uns wie eine kalte Dusche: schockartig ernüchternd und ungemein belebend.“ In dieser Weise beschreibt Wieland Herzfelde die Begegnung mit George Grosz 1915 in Berlin. Er und sein Bruder Helmut (John Heartfield) sind wie elektrisiert von Grosz‘ Zeichnungen. Mit dem Ziel, für den Frieden einzutreten und das Werk von Grosz einem breiten Publikum bekannt zu machen, geben die Brüder 1916 die Zeitschrift „neue Jugend“ heraus, aus deren Redaktion sich ein Jahr später der Malik-Verlag sich entwickelt. In den verlagseigenen politisch-satirischen Zeitschriften „Jedermann sein eigner Fußball“, „Die Pleite“ und „Der Gegner“ erscheinen Grosz‘ Zeichnungen. Gleichzeitig tritt er auf Autorenabenden der „Neuen Jugend“ mit eigenen expressionistischen Gedichten auf. Dem Kritiker Theodor Däubler gilt er als bahnbrechender „futuristischer Maler und Schriftsteller.“

Maler apokalyptischer Landschaften

Die Kriegsgräuel und das Leid der Menschen im spanischen Bürgerkrieg und im Zweiten Weltkrieg werden in Kriegsdarstellungen und apokalyptischen Untergansvisionen wiedergegeben. In den 1950er Jahren setzt die Angst vor einem Nuklearkrieg ein. Mehrfach bezieht sich Grosz auf die Schriften des schwedischen Philosophen Emanuel Svedenborgs: „Wer Recht hat doch Swedenborg, dass Himmel und Hölle hier auf Erden beieinanderliegen!“ Grosz‘ desillusionierte Weltsicht manifestiert sich in der Serie der stickmen, lediglich aus Strichen bestehenden Figuren, die in einer feindlichen Welt leben. Um den Hals tragen sie einen metallenen Ring mit einer Nummer, diese Registrierung erinnert an die Häftlingsnummern der Menschen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern.

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