Erste Antikoloniale Demonstration, Berlin 12. Oktober 2019

Erste Antikoloniale Demonstration, Berlin 12.10.2019

Rund 8.000 Menschen beteiligten sich an der 1. Antikolonialen Demonstration in Berlin am 12. Oktober 2019, organisiert von vorwiegend migrantischen Gruppen in Berlin.

Die Antikoloniale Demo war der Auftakt für einen antikolonialen Monat vom 12. Oktober, dem Startpunkt der Kolonisierung der amerikanischen Kontinente 1492 (527. Jahrestag) bis zum 15. November, dem Eröffnungstag der Berliner Kongo-Konferenz, auf der 1884 über die koloniale Aufteilung Afrikas entschieden wurde (135. Jahrestag).

Die Teilnehmer*innen der Demonstration protestierten gegen (Neo)Kolonialismus, Eurozentrismus, Rassismus und die Ausbeutung der indigenen Völker, ihrer Länder und Ressourcen. Sie zogen vom Hermannplatz über den Kottbusser Damm nach Kreuzberg und zurück zum Hermannplatz über die Sonnenallee.

Einen größeren Block im ersten Teil der Demo bildete der Bloque Latinoamericano Berlin, mit Indigenen und anderen einheimischen Aktivisten aus Chile (Mapuche in Wallmapu), Bolivien, Equador, Venezuela und weiteren amerikanischen Ländern.

Den größten Block bildeten im zweiten Teil der Demo die Kurd*innen. Sie protestierten vehement gegen den Angriffskrieg der Türkei gegen das demokratisch konföderale System Rojavas im Norden Syriens, der am 9. Oktober 2019 begann und bereits hunderte ziviler Opfer gefordert und zur Flucht von über hunderttausend Menschen geführt hat. Rojava (Westkurdistan) ist (bisher) ein defacto autonomes kurdisches Gebiet in Syrien.

Die Kurd*innen schwenkten Fahnen der kurdischen Region Rojava in Syrien (gelb-rot-grün), Flaggen der autonomen Region Kurdistan im Irak (gelb-weiß-grün mit Sonne) und Flaggen der YPG (Volksverteidigungseinheiten), eine bewaffnete kurdische Miliz in Syrien. In Rojava herrscht Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Viele Frauen kämpfen auch aktiv in der YPG.

© B.Sauer-Diete/bsdphoto