14. Gedenkmarsch zu Ehren der afrikanischen Opfer von Versklavung, Kolonialismus und Rassismus am 29.02.2020 in Berlin-Mitte

Das Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin organisierte am 29. Februar 2020 zum 14. Mal einen Marsch zum Gedenken und zur Ehrung ihrer afrikanischen/Schwarzen Vorfahr*innen und Ahn*innen, die Opfer im Widerstand und im Kampfes gegen Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonisatoren, Nazi-Unterdrückung und rassistische Gewalt geworden sind.

Rund 150 Menschen beteiligten sich am diesjährigen Gedenkmarsch, der wie immer mit einer Kranzniederlegung vor der Gedenktafel der Aufteilung Afrikas 1884/85 an der Wilhelmstr. 92 und dem Singen der panafrikanischen Hymne begann. Auf der Marschstrecke zum Humboldtforum gab es Zwischenkundgebungen an der M-Straße, an der Friedrichstraße und an der Humboldt-Universität sowie eine Abschlusskundgebung am Lustgarten mit Redebeiträgen, musikalischen und performativen Darbietungen. Zum Abschluss wurde erneut die panafrikanische Hymne gesungen und mit erhobenen Fäusten den afrikanischen/Schwarzen Opfern des Rassismus/Kolonialismus gedacht.

Die Forderungen und Ziele des Gedenkmarsches:

– Die Teilnehmer*innen unterstrichen den Anspruch auf Anerkennung der Verbrechen gegen Schwarze/Menschen afrikanischer Abstammung. Die deutsche Regierung habe trotz der „Erklärung von Durban“ und der „UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft“ keine Anstrengungen unternommen, sich bei den afrikanischen Opfern und ihren Nachkommen für die an ihren Ahnen und Vorfahren begangenen Verbrechen zu entschuldigen, so die Organisator*innen.

– Die Teilnehmer*innen fordern ein Denkmal, wie die Errichtung einer zentralen Gedenkstätte in der Bundesrepublik Deutschland zu Ehren der afrikanischen Opfer von Maafa (Kiswahili “die große Zerstörung“).

– Die Rückkehr der menschlichen Überreste geht vielen zu langsam voran, genauso wie die Umbenennung von Straßen, die in deutschen Städten noch immer die Namen von Kolonialverbrecher*innen und Profiteur*innen der Versklavung tragen. Besonders umstrittenes Beispiel ist die „M-Straße“ im Zentrum der deutschen Hauptstadt, deren Name auf den brandenburgischen Handel mit versklavten Afrikaner*innen/Schwarzen zurückgeht und sogar eine U-Bahnhaltestelle bezeichnet.

Die ganze Veranstaltung dauerte etwa 4 Stunden. Veranstalter war das Komitee für die Errichtung eines afrikanischen Denkmals in Berlin.

© Bernd Sauer-Diete